Montag, 17. Dezember 2007

Im Fenster

Das Gefühl springt sie im Flur an, während sie Wäsche trägt. Es legt sich wie ein Stein auf ihre Brust, drückt ihr die Luft ab. Es hat keinen Sinn.

Sie steigt mit der Wäsche die Treppe hoch; räumt sie im Schlafzimmer in den Schrank. Der Stein drückt schmerzhaft auf ihre Bronchien. Er begleitet sie in die Küche, bringt sie dort endgültig zum Stillstand. Sie schafft es noch, den Tee aufzugießen. Dann weiß sie nicht mehr, wozu noch weiter machen. Es hat keinen Sinn.

Das Gefühl folgt ihr ins Wohnzimmer. Erfüllt es mit seiner erstickenden Gegenwart. Alle Farben werden grau. Die Luft wird knapp. Es hat keinen Sinn.

Sie setzt sich und starrt aus dem Fenster, ohne etwas zu sehen.

1 Kommentar:

Optimisto hat gesagt…

Dieses Gefühl ist so gut beschrieben, das es mich anfasst. Mir persönlich macht es ein wenig Angst.
Ich hoffe die Welt wird wieder bunt