Dienstag, 29. März 2011

Innenminister Friedrich sorgt mal wieder für "Missverständnisse"


Überraschenderweise ist der Vorschlag auf wenig Gegenliebe gestoßen. Woran kann das nur liegen bei einem Mann, der sich schon vor der Islamkonferenz, bei der er sich mit diesem Plan unbeliebt gemacht hat, durch besonderes diplomatisches Geschick im Umgang mit der muslimischen Minderheit in Deutschland ausgezeichnet hat?



Und hier die "Begründung":


Manchmal frage ich mich, ob sich unsere Politiker, bevor sie nach Berlin ziehen, lobotomieren lassen.

Eine der größten Songwriterinnen des Jahrhunderts

ist mir gerade wieder in einer Aufnahme auf YouTube begegnet.



Was diese Frau in einem Song ausdrückt, schaffen andere in einem ganzen Buch nicht...

Montag, 28. März 2011

Die Grünen überholen die SPD

Vorläufig nur bei der Landtagswahl in Baden Württemberg, aber dass es überhaupt so weit gekommen ist, hat schon was. Im Ländle ist das sicher nicht nur die Auswirkung des "Atomunglück[s] von Fukushima I" (wie vom Ersten behauptet), sondern auch die Quittung für das Vorgehen der Polizei im Zusammenhang mit "Stuttgart 21". Sei's drum.

Wahlen können doch Spaß machen!

Ein Post von den NachDenkSeiten

der mich beeindruckt hat: Was schwache Gewerkschaften mit den Profiten des international agierenden Exportkapitals verbindet

Ich bin mir nicht ganz schlüssig, was die Einschätzung der deutschen Gewerkschaften als starke anbelangt. Meiner Wahrnehmung nach waren die Gewerkschaften bei uns fast 20 Jahre lang der Wirtschaft gegenüber außerordentlich entgegenkommend. Ein Verhalten, dass sich jetzt rächt, indem die Vertreter der Wirtschaft bei Tarifverhandlungen auch weiterhin erwarten, von ihren Gewinnen so gut wie nichts an ihre Mitarbeiter abgeben zu müssen. 

Nun ja, ab morgen ist wieder Streik.

Donnerstag, 24. März 2011

Robert Hetkämper rudert zurück (ein bisschen)

Nach seiner Behauptung, im Atomkraftwerk Fukushima würden in der aktuellen Lage "Wegwerfarbeiter" eingesetzt, rudert der Journalist Robert Hetkämper jetzt in einem Mail an den Japanwissenschaftler Prof. Dr. Reinhard Zöllner und in einem auf tagesschau.de veröffentlichten Gespräch ein paar Schläge zurück.

Mittwoch, 23. März 2011

Toleranz für Anfänger

Unser Lokalblättchen widmet diese Woche einen Teil seiner Ausgabe dem Thema Übergewicht. Allerdings nicht auf die übliche Weise, mit Warnungen vor angeblich unvermeidlichen Folgeerkrankungen, Diätrezepten und wenig anschaulichen Beschreibungen von Gymnastikübungen.


Nein, unser "Wochenkurier" ist kreativer. In seinem Aufmacher beschreibt er die Erlebnisse von übergewichtigen Frauen in einer Umwelt, deren Bewohner anscheinend glauben, sie müssten sich ihnen gegenüber nicht an die üblichen Verhaltensregeln halten. Die vom "Wochenkurier" befragten Rubensfrauen berichten von Spott, Beschimpfungen und körperlichen Angriffen. Von der Erfahrung, dass sie fürs Bett zwar gefragt seien, aber nicht fürs Leben - weil Mann sie dann ja den Freunden vorstellen müsste. Und im Beruf müssten sie sich gefallen lassen, dass wegen ihrer Figur ihre Kompetenz bezweifelt wird.

Man muss nicht weit blicken, um Gründe für dieses Verhalten zu finden. Sämtliche Medien beteiligen sich daran, uns einzubläuen, dass nur wer schlank ist, schön und erfolgreich sein kann - und wir daher alle ständig Diät machen und ins Sportstudio rennen müssen. Als Beispiel für die Schlankheit/Schönheit, die gemeint ist, werden uns minderjährige, untergewichtige Haute Couture Models vor die Nase gehängt. Der Druck, einem Ideal entsprechen zu sollen, das nur in Ausnahmefällen erreichbar ist, ist so groß, dass er zwangsläufig zu Frust führt. Frust, der sich unter anderem darin äußert, dass denjenigen, die sichtlich nicht untergewichtig sind, unterstellt wird, sie seien für die allgemeine Hatz nach Schlankheit/Schönheit/Erfolg nur zu träge bzw. hätten sich nicht im Griff.

Es fragt sich, wozu es gut sein soll, übergewichtige Menschen zu Sündenböcken zu machen. Sind sie verantwortlich für ein Nahrungsangebot in den Supermärkten, dass zum Großteil weder gesund noch "figurfreundlich" ist? Oder dafür, dass mit der Angst vor Übergewicht eine Menge Geld verdient wird und das Thema schon aus diesem Grund ständig in den Medien präsent ist? Haben sie vielleicht Einfluss darauf, wie gut wir damit voran kommen, einem Schönheitsideal nachzurennen, das ohnehin gar nicht erreichbar sein soll - damit auch weiterhin Zeitschriften, Diätprodukte und Medikamente an Diejenigen verkauft werden können, die es versuchen?

 Wie wäre es mit ein bisschen Toleranz?

Unser Lokalblättchen zeigt sich auch hier als kreativer Vorreiter, bringt unter anderem einen Artikel über den Gründer einer Partnerbörse für Mollige und Anzeigen von Bekleidungsgeschäften, in denen "Frauen mit mehr Figur" etwas Passendes finden.

 Mich erinnert das an einen meiner Lieblingsfilme: Hairspray. In diesem Film gibt es ein Bekleidungsgeschäft namens "Hefty's Hideaway", in dem die Heldin, ein molliges Mädchen, und ihre Mutter tolle Klamotten finden. Der Eigentümer des Ladens gibt dem Mädchen einen Werbevertrag und hilft ihr auf diese Weise, eine Lokalberühmtheit zu werden. In der übrigen Laufzeit des Films tanzt die Heldin, allein Widerständen durch spindeldürre Feindinnen zum Trotz, erst in die Arme ihres Traummannes und dann zum Sieg im Tanzwettbewerb.

Let's dance!

Dienstag, 22. März 2011

Robert Hetkämper und seine "Wegwerfarbeiter"

widersprechen ganz klar der Logik, wie auch dieser Blog feststellt: fact-fiction.net

Atomkraftwerke sind hoch komplexe Systeme. Wie bereits Dietrich Dörner in seinem Klassiker Die Logik des Mißlingens beschrieben hat, sind sie derart vernetzt, dass Steuermaßnahmen im Krisenfall zu unbeabsichtigten Effekten führen können.

Zum Beispiel zu dem Reaktorunfall von Tschernobyl.

Selbst erfahrenen, hoch qualifizierten Arbeitern fordert es das Maximum ihres Wissens und ihrer Konzentration ab, einen Reaktor in einer Krisensituation, wie sie in Fukushima herrscht, zu steuern. Es ist ausgeschlossen, dass Ungelernte so etwas schaffen. Nur jemand, der zu oft die "Simpsons" geguckt hat, kann so etwas ernsthaft glauben.

Berichterstattung über Japan

Die Berichterstattung westlicher Medien über die Folgen des Erdbebens und Tsunamis in Japan führt bei Interessierten zunehmend zu Verärgerung: Journalist Wall of Shame

Bemerkenswerterweise hat sich ausgerechnet einer unserer angeblich so gemäßigten öffentlich-rechtlichen Sender mit der Verbreitung eigenartiger Behauptungen hervorgetan. Robert Hetkämper, Asien-Experte der ARD, behauptet z.B., die Betreiber des AKW Fukushima würden zur Bekämpfung der drohenden Kernschmelze "Wegwerfarbeiter" einsetzen:



Diese Meldung hat offenbar zumindest bei einem Empfänger in Japan genug Irritation ausgelöst, um ihn zu veranlassen, sie zu übersetzen und bei YouTube einzstellen:



Derselbe Robert Hetkämper hatte bereits zwei Tage vor dieser Meldung Vergleiche zwischen der Situation in Fukushima und dem "Führerbunker am Ende des zweiten Weltkriegs" angestellt:



Ein Ausmaß an Feingefühl, bei dem ich mich frage, ob es für ihn nicht langsam Zeit wird, nach Hause zurückzukehren und seine Manieren aufzupolieren. Bei der Gelegenheit kann er auch gleich noch einen Auffrischungskurs in journalistischer Arbeit absolvieren. Wie ein deutscher Japanologie-Professer in einer Mailingliste berichtet, hat die ARD auf seine Anfrage hin auch mehrere Tage nach dem Bericht über die "Wegwerfarbeiter" noch keine Belege für die darin geäußerten Behauptungen vorgelegt.