Samstag, 23. Mai 2009

Democratization

Look closely at her.

She crosses a street, juggling her briefcase and her sack of groceries. Or she walks down a dirt road, balancing a basket on her head. Or she hurries toward her locked car, pulling a small child along with her. Or she trudges home from the fields, the baby strapped to her back.

Suddenly there are footsteps behind her. Heavy, rapid. A man's footsteps. She knows this immediately, just as she knows that she must not look around. She quickens her pace in time to the quickening of her pulse. She is afraid. He could be a rapist. He could be a soldier, a harasser, a robber, a killer. He could be none of these. He could be a man in a hurry. He could be a man merely walking at his normal pace. But she fears him. She fears him because he is a man. She has reason to fear.

She does not feel the same way – on city street or dirt road, in parking lot or field – if she hears a woman's footsteps behind her.

It is the footsteps of a man she fears. This moment she shares with every human being who is female.

This is the democratization of fear.

***

Look closely at him.

He glares out from reviewing stands, where the passing troops salute him. He strides in skintight black leather across the stage, then sets his guitar on fire. He straps a hundred pounds of weaponry to his body, larger than life on the film screen. He peers down from huge glorious-leader posters, and confers with himself at summit meetings. He drives the fastest cars and wears the most opaque sunglasses. He lunges into the prize-fight ring to the sound of cheers.Whatever he dons becomes a uniform. He is a living weapon. Whatever he does at first appalls, then becomes faddish. We are told that women lust to have him We are told that men lust to be him.

We have, all of us, invoked him for centuries. Now he has become Everyman.

This is the democratization of violence.

from: Robin Morgan

Donnerstag, 21. August 2008

Wieso eigentlich...?

Ray hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Danke, Ray.

Er hat's von Luiza, also kann er wohl nicht dafür. Glaube ich.

Was war der entscheidende Grund, mit dem Blogging anzufangen?
Profilneurose? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht so genau. Bis zu einem gewissen Grad der Wunsch, sich mit Anderen auszutauschen. Die Möglichkeit, meinen eigenen Senf zu den Dingen zu geben - ohne dass mir jemand direkt widersprechen kann. Eitelkeit; sonst würde ich meinen Senf für mich behalten.

Hast du ein Lieblings-Weblog?
Einige; sie stehen rechts. Aber abgesehen von Ray's besuche ich kaum eines regelmäßig.

Welches Weblog hältst du für maßlos überschätzt?
Platz 1 teilen sich a) Politically Incorrect und ähnliche Faschisten-Blogs; b) nicht wirklich lustige Seiten, deren Inhalt darin besteht, anderswo geklaute Fotos mit giften Kommentaren zu servieren.

Wenn du noch mal neu starten würdest, was würdest du ändern?
Nichts.

Würdest du überhaupt noch mal anfangen?
Ja.

Was ist der Lieblings-Beitrag im deinem Blog?
Ich mag alle (auch wenn ich nicht jeden wieder genau so schreiben würde).

Dieses Stöckchen darf mitnehmen wer will.

Freitag, 8. August 2008

Efficiency

Männer anders sind als Frauen. Sie legen an ihre Beziehungen zu Anderen andere Kriterien an. Oft geht es ihnen weniger darum, ob sie jemanden mögen oder mit ihm auf derselben Wellenlänge sind, als um Teamsolidarität, gemeinsame Gegner und/oder gemeinsame Ziele. So lange einer dabei irgendwie nützlich sein kann, spielt es nur eine untergeordnete Rolle, wie groß der Nutzen ist. Frauen sind da anders. Sie suchen sich einen möglichst nützlichen Verbündeten und investieren in diesen viel Mühe, anstatt ihre Zeit mit Vielen zu verschwenden, die zwar im einzelnen wenig Mühe kosten, ihnen aber auch entsprechend wenig einbringen. Sie sind einfach effizienter...

Mittwoch, 6. August 2008

Celebophilia

(von engl. celebophile) Wer denkt, die (an Besessenheit grenzende) Verehrung von allseits bekannten bzw. berühmten Personen (Celebrities) sei etwas Neues, Cooles, befindet sich auf dem Holzweg. Schon meine Oma war ein Fan. Wahrscheinlich ist Jedermanns Oma ein Fan. Man sehe sich nur einmal die Zeitschriften-Auslagen im Supermarkt an: Dort finden sich immer noch die Blätter, die bereits meine Oma abonniert hatte, um immer auf dem neuesten Stand über Ex-Kaiserin Soraya und alle möglichen anderen Ex-Könige, Adligen und Heimatfilmstars zu sein. Ich nenne sie noch heute „Königinnenzeitungen“ und denke „Soraya“, wenn ich eine davon sehe. Aber die moderneren Boulevardblätter und Fernsehzeitungen haben - abgesehen vom TV-Programm - auch keinen wesentlich anderen Inhalt. Ihr Styling wurde nur, ebenso wie die Personengruppe, deren „Leben“ ihren Inhalt bildet, zielgruppengerecht aktualisiert. Offensichtlich reicht das völlig aus, damit der selbe alte Schmus immer noch Käufer findet. Die Frage ist: wieso eigentlich?

Ein Teil der Gründe, warum Celebrities interessant sind, ist verhältnismäßig einfach nachzuvollziehen: Adels und andere Berühmtheiten laufend zu beobachten und pflichtschuldigst zu jubeln, wenn sie ihre überteuerten Klamotten und Fahrzeuge vorführen, ist seit Jahrhunderten Pflichtprogramm des einfachen Fußvolks. Es war für lange Zeit auch überlebensnotwendig, denn wenn ein Normalsterblicher es an Respekt gegenüber der Obrigkeit fehlen ließ, drohten ihm zum Teil drastische Strafen. Könige wie der Alte Fritz sollen sich der Legende nach sogar persönlich darum gekümmert haben. Sich beim Pöbel per Jubel-o-meter die Bestätigung der eigenen Bedeutung abzuholen, war also Chefsache, keine Privatangelegenheit oder gar Marketing-Aktion á la: „Kauft diese neuen, superteuren Klamotten/Autos!“ Es war vielmehr eine symbolische Macht-Demonstration der herrschenden Kreise, und diese erwarteten im Gegenzug von den Beherrschten Signale der Unterwerfung und Billigung. Auch wenn diese Bedeutung bei human pseudo-events wie Berufs-Adligen, TV Stars, Sarah und Marc, Gülcan und Kamps usw. keine Rolle mehr spielt: Von der Choreografie aus Selbstdarstellung und Jubel profitieren sie immer noch. Und lasse sich keiner vormachen, sie würden es nicht genießen. Wer eitel genug ist, sich um den Beifall der Öffentlichkeit zu bewerben, ist auch eitel genug, ihn entgegen zu nehmen.

Was ich weit schwerer zu verstehen finde, ist das Mitgefühl, das diesen Leuten entgegen gebracht wird, wenn sie Probleme haben. Hat nicht jeder mal Probleme? Warum sollten die von diesen Leuten schwerer wiegen als z.B. die der Nachbarn? Aber wenn man hörte, wie Oma die „arme Soraya“ oder die „arme Sonja Ziemann“ für ihr „schweres Schicksal“ bedauerte, hätte man meinen können, die Frau Ex-Kaiserin und die Frau Ex-Heimatfilmschauspielerin wären die einzigen auf der Welt, denen es jemals schlecht gegangen ist. Und noch heute ist in der Berichterstattung über die Eheprobleme von Adels und Fernsehprominenten wenig darüber die Rede, was sie selbst dazu beigetragen haben. Fast so als würde Prominenz einen Menschen von aller Verantwortung für sein Leben und seine Taten frei sprechen.

Dieser Auffassung scheint auch Ms. Poo(th) zu sein, eine meiner Lieblinge unter den human pseudo-events. Letztens konnte man in einem TV-Beitrag bewundern, wie sie mit Boris Becker – wahrscheinlich dem einzigen Menschen, der angesichts des Wortmülls, den sie von sich gibt, keine Kopfschmerzen bekommt – in einer offenen Kutsche herum fuhr. Der Inhalt des Beitrags sollte wohl darin bestehen, dass der Zuschauer ihr zusammen mit Becker dabei zuhört, wie sie ihr Recht auf Fortführung des gewohnten Luxuslebens einklagt. Dass ihr Göttergatte einen Haufen Leute um ihr Geld gebracht hat und es ein Zeichen von Respekt vor deren Gefühlen wäre, wenigstens eine Zeitlang Zurückhaltung zu zeigen, geht offenbar über ihren Horizont. Oder es ist ihr – was ich für wahrscheinlicher halte – scheißegal.

Auch hier also nichts Neues, Cooles. Nur die Einstellung von Leuten, die nicht nur selbst an ihr öffentliches Bild glauben, sondern auch meinen, dass ihnen aufgrund dessen eine Sonderbehandlung zusteht. Ich würde sagen, wer das verehrungs-würdig findet, hat selbst schuld.

P.S.
„Our age has produced a new kind of eminence. … He is the human pseudo-event … a substitute for the hero who is the celebrity and whose main characteristic is well-knownness … anyone can become a celebrity if only he can get into the news and stay there. … The hero was distinguished by his achievement; the celebrity by his image or trademark."

Daniel J. Boorstin

Donnerstag, 10. Juli 2008

Bundesverwaltungsamt is watching you - oder wie Vati Staat es schafft, aus zinslosen Darlehen doch noch Einkünfte zu ziehen

Zugegeben, ich bin kein Jurist. Aber eine Sache meinte ich im Laufe meines Lebens über das Recht der Bundesrepublik Deutschland gelernt zu haben: Dass nämlich seine Grundlagen im Bürgerlichen Gesetzbuch (kurz: BGB) geregelt sind. Und dass diesen Grundlagen zufolge ein Bürger nur für etwas haftbar gemacht werden kann, was er auch verschuldet hat. Eine durchaus sinnvolle Regelung, wenn man mal darüber nachdenkt. Denn wo kämen wir hin, wenn man für etwas, wofür man nicht verantwortlich ist, ins Gefängnis kommen könnte? Oder dafür Bußgelder oder Punkte in Flensburg aufgebrummt bekäme? Stellen Sie sich vor, Sie bekämen einen Behörden-Bescheid, in dem steht: „Dabei ist es rechtlich ohne Belang, ob Sie [...] ein Verschulden trifft.“ Könnte bei einem solchen Rechtsverständnis nicht jede Behörde jedem Bürger alles mögliche anhängen und abfordern?

Eine Behörde, für die dieses Rechtsverständnis anscheinend Bestandteil ihrer Standard Operating Procedures (kurz: SOP) ist, ist das Bundesverwaltungsamt in Köln. Hinter diesem nichts sagenden Namen verbirgt sich eine Institution, die unter anderem zuständig ist für Ausländerangelegenheiten, die Besoldung von Staats“dienern“, Innere Sicherheit, IT in der öffentlichen Verwaltung, Auslandsschulen – und BAföG.

BAföG? Ach ja, das bedeutet in Langform „Darlehensverwaltung und -einzug nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)“. Die wesentlichen Teile in diesem Bandwurm sind „Darlehen“ und „-ausbildung-“. Es geht um Ausbildungsdarlehen. Und zwar zinslose, nicht solche, für die man hinterher 8+% Zinsen abdrücken muss. Klingt toll, nicht? Ist auch toll. Theoretisch. In der Theorie kann man, wenn die Eltern es sich nicht leisten können, einen zur Uni oder Ausbildung zu schicken, ein Darlehen dafür von Vati Staat kriegen. Man darf nur das Konfirmandengeld nicht gespart haben, es darf kein Eigentum da sein und man sollte möglichst viele Geschwister haben, die alle noch zuhause leben und in der Ausbildung sind. Und wenn das nicht klappt, kann man immer noch „elternunabhängig“ BAföG kriegen, wenn man 6-7 Jahre lang arbeitet und Steuern zahlt. Aber egal, ob man nun durch Arbeit oder das reine Elend zu seinem Förderungsanspruch gekommen ist: Das Darlehen ist in jedem Fall zinslos.

Das heißt, das war es. Denn irgendwo auf dem Weg ist irgend einem schlauen Staats“diener“ ein Schachzug eingefallen, wie Vati Staat doch noch an den armen Würstchen verdienen kann, die auf staatliche Ausbildungsförderung angewiesen sind. Das Zauberwort lautet Rückzahlungsverzug: Wenn ein Ex-BAföG-Empfänger den Rückzahlungstermin für eine Rate um mehr als 45 Tage überschreitet, werden Zinsen erhoben. Und zwar nicht – wie man erwarten würde – von der Rate, die zu spät gezahlt wurde. Sondern von der Darlehensrestschuld, sprich: Dem gesamten, noch zurück zu zahlenden Betrag. Und da sind sie – tadaa! -, die Zinsen für das zinslose Darlehen. Und um dem Bürger gleich klar zu machen, wo er mit eventuellem Widerspruch dagegen steht, wird ihm verkündet: „Dabei ist es rechtlich ohne Belang, ob Sie an dem Zahlungsverzug ein Verschulden trifft.“

Dieser Satz ist wichtiger, als Sie glauben. Denn dieses Über-Amt, dass es zu seinen Aufgaben zählt, in Ausländervereinen und den Sparbüchern von BAföG-Empfängern herum zu spitzeln, lässt in seinen Bescheiden wissen, dass es nicht in der Lage ist, Adressänderungen innerhalb einer Abteilung von einem Standort zum anderen weiter zu geben. Erstaunlich für eine Behörde, die auch für IT in der öffentlichen Verwaltung zuständig ist, oder? Anscheinend müssen sie noch klären, was eine Datenbank ist. Wenn Sie also jemals BAföG bekommen und noch nicht alles zurück gezahlt haben, ziehen Sie besser nicht um. Wechseln Sie nicht die Bank. Verlieren Sie nicht Ihren Job. Ändern Sie am besten gar nichts. Und wenn sich das nicht vermeiden lässt, verlassen Sie sich wenigstens nicht darauf, dass Informationswege, die anderen Behörden völlig ausreichen, dieses Amt zufrieden stellen. Das tun sie nicht.

Verkneifen wir uns Spekulationen darüber, wo die Gebühren landen, die Bürgern dafür aufgebrummt werden, dass sie Angelegenheiten, die das Bundesverwaltungsamt gemeldet zu haben wünscht, nicht per Einschreiben mit Rückschein oder dem falschen Standort gemeldet haben. Denn die werden über die Verzugszinsen hinaus fällig. Pauschal. Egal „welche Kosten die Ermittlung“ [der zu meldenden Info] „tatsächlich verursacht hat“ (war da nicht was mit IT in der öffentlichen Verwaltung und Innerer Sicherheit?). Und auch hier spielt es keine Rolle, ob den Bürger ein Verschulden trifft oder nicht.

Diesen Behörden-Geniestreich muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Gebühren für etwas einzufordern, von dem man offen lässt, ob und wie man es überhaupt geleistet hat, und die Verantwortung dafür auf denjenigen abzuschieben, der blechen soll.

Ich denke, das Bundesverwaltungsamt ist ein echter Trendsetter.

Sonntag, 29. Juni 2008

Guantanamo

Ray hat mir noch ein Stöckchen zugeworfen, das er von Luiza bekommen hat.

Darum geht es:




"[...] die schläge ins gesicht
die kennen wir
die schläge auf rücken und nacken
die kennen wir
die schläge auf arme und beine
die kennen wir
kennen wir genau
und die schläge in die geschlechtsteile
die kennen wir
die schläge quer über die nase und die in den bauch
ja die kennen wir
und die schläge genau zwischen die zähne
auch die kennen wir
kennen wir nur zu genau
die tritte vors schienbein
die kennen wir
die tritte in den arsch und die in den bauch
ja die kennen wir
und die tritte in den schritt
die kennen wir
kennen wir sehr genau
[...]
das stehen an der wand
das kennen wir
das stehen an der wand mit gegrätschten beinen
ja das kennen wir
das stehen an der wand mit gegrätschten beinen
und erhobenen händen die handflächen am putz
und das gefühl
wenn sie dir dann die beine
unterm leib wegreißen
all das kennen wir
kennen wir nur zu genau
den flackerblick der bürschchen mit mp
den kennen wir
den zitterfinger der bürschchen am abzug
ja den kennen wir
die große stille und das stehenbleiben
der welt dann und das plötzlich klopfende herz
wenn das bürschchen sich schließlich abwendet
all das kennen wir
kennen wir genau [...]"

aus: Peter Paul Zahl, brokdorfer kantate

Wer dies gelesen hat, betrachte sich als getaggt.

Sonntag, 1. Juni 2008

Ein Stöckchen...

Ray vom Blog "Der Weg ist das Ziel" hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Ich soll meine Lieblingszitate nennen.
Ray hat das Stöckchen von Gabaretha erhalten, und diese von Astaryllis. Alles für's Netwörking...

"Man kann keinem zeigen, was er nicht schon selbst gesehen hat" von William S. Burroughs. Ich weiß nicht mehr genau, wo das stand; wahrscheinlich in einem seiner Drogen-Bücher ("Junkie" oder "Auf der Suche nach Yage"). Das sind die einzigen seiner Bücher, die ich lesenswert fand.

Ein Gedicht von Trakl:
"Immer wieder kehrst du Melancholie,
O Sanftmut der einsamen Seele.
Zu Ende glüht ein goldener Tag.

Demutsvoll beugt sich dem Schmerz der Geduldige
Tönend von Wohllaut und weichem Wahnsinn.
Siehe! es dämmert schon.

Wieder kehrt die Nacht und klagt ein Sterbliches
Und es leidet ein anderes mit.

Schaudernd unter herbstlichen Sternen
Neigt sich jährlich tiefer das Haupt."

Und ein Kommentar von Billy Wilder über seine Zeit im Nachkriegsdeutschland:

"Ich habe übrigens während meiner Zeit in Berlin und in Bad Homburg keinen einzigen Nazi unter den Deutschen getroffen. Alle waren sie Opfer, alle waren sie Widerstandskämpfer gewesen. Immer schon dagegen. Und zwar voll und ganz. Mir ging es wie meinem Freund Gottfried Reinhardt, der damals als Soldat nach Berlin kam, und dem alle Deutschen, die er traf, erzählten: "Ach Gott, Herr Reinhardt, was waren das für furchtbare Jahre! Was haben wir alle gelitten, und was haben wir alles erlebt! Und diese Schande, diese Schande! Wir werden uns als Deutsche unser ganzes Leben lang schämen müssen. Zwar - ich persönlich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich bin sogar ein bißchen stolz. Ich habe während des Krieges zwei Juden versteckt. Dabei habe ich natürlich mein Leben aufs Spiel gesetzt, denn wer Juden versteckte, dem drohte der Tod. Die beiden sind jetzt in Amerika."

Und Reinhardt erwiderte: "Ich kann mir das gut vorstellen. Ich weiß, es gab Konzentrationslager und es gab Vergasungsöfen - aber ich nehme es den Deutschen irgendwie nicht übel. Denn offensichtlich gab es zu viele Juden hier!"

Und wenn dann sein Gegenüber konsterniert fragte:" Zu viele Juden? Wie meinen Sie denn das, Herr Reinhardt?" sagte er: "Ich glaube einfach, daß es zu viele Juden hier gab. Und ich will es Ihnen auch erklären. Jeder Deutsche, den ich trefffe, hat, wie Sie auch, zwei Juden gerettet. Die Deutschen waren ein Volk von 80 Millionen Menschen. Wenn jeder zwei Juden gerettet hat, muß es etwa 160 Millionen Juden gegeben haben. Und Sie werden mir zugeben müssen: Das ist einfach zu viel!""
Wer bis hierher gelesen hat, betrachte sich als getaggt.